Dahab 2010

-Schnorcheln und Schluchten-

Der Sommer war zu kurz, der Winter liegt vor uns. Die letzte Chance auf ein bisschen Wärme wollen wir in den Oktoberferien nutzen. Die Prioritäten sind schnell gefunden: Sonne, Schnorcheln, ein kurzer Flug. Dass das Ziel keine Hotelburg ist, versteht sich von selbst.

Die Wahl fällt schließlich auf den Sinai, wo wir in Dahab fündig werden. Für eine Woche wird eine gemütliche Ferienwohnung unser Zuhause. Zentral im Ort gelegen, mit kurzen Wegen für all unsere Bedürfnisse. Supermarkt und Getränkeversorgung sind gleich um die Ecke und die Strandpromenade säumen zahlreiche Cafés und Restaurants, die bereits zum Frühstück einladen.

Die Unterwasserwelt zeigt sich von ihrer farbenprächtigsten Seite in Form der zahlreichen Korallenriffe unmittelbar an der Küste. Zu Fuß kommen wir zum zentrumsnahen Schnorchelvergnügen. Die südlich und nördlich gelegenen Gebiete, wie das berühmte „Blue Hole“, erreichen wir günstig mit dem Taxi (bezahlt wird immer erst am Nachmittag nach Abholung!). Abgeschiedene Ruhe finden wir hier nicht, aber dafür schattige Sitz- und Liegegelegenheiten in den überall vorhandenen kleinen Restaurants. Hier kann man sich stundenlang aufhalten, auch wenn man nicht wirklich für viel Umsatz sorgt. Alkohollizenzen besitzen diese Ausflugslokale allerdings nicht, wie wir sehr schnell feststellen müssen. Beim zweiten Ausflug sind wir daher entsprechend selbst ausgerüstet und genehmigen uns neben Wasser und Tee auch mal heimlich ein Bierchen.

Da wir es trotz der atemberaubenden Korallen- und Fischwelt nicht jeden Tag am Strand aushalten, buchen wir uns einen Ausflug zu zwei interessanten Schluchten – White Canyon und Colored Canyon.

Noch auf der küstennahen Asphaltstrasse haben wir eine Reifenpanne. Der Ersatzreifen lässt jegliches Profil vermissen, aber es gibt keine Alternative, es ist der einzige. So hervorragend ausgerüstet heizt unser Fahrer anschliessend kilometerlang durch die Wüste und wir sind am Abend froh, die Fahrt unfallfrei überlebt zu haben.

Die Canyons sind allerdings die Strapazen wert. In den White Canyon klettern wir über Stiegen an einem Seil hinab und wandern etwa ein, zwei Stunden bis zu einer Beduinenfamilie, die für Essen und Erfrischungen sorgt. Von dort nimmt uns wieder unser rasanter Fahrer auf und fährt uns mit kurzem Zwischenstopps an einigen bizarren Felsformationen zum Colored Canyon. Die Tour ist noch einmal schöner als die Wanderung durch den White Canyon, allerdings nur für halbwegs schlanke Personen begehbar, da man sich an einer Stelle mit den Beinen voran durch ein Loch zwängen muss…

Rings um Dahab wird überall gebaut, in einigen Jahren wird es wohl ein Massentouristenort wie viele sein. Wir sind froh, rechtzeitig hier gewesen zu sein.

Constructed by Mauli.